By Published On: 15.2.2023Categories: 0 Comments

Einführung

BMW ist eines der bekanntesten deutschen Automobilunternehmen und weltweit als Hersteller von (meist) Luxusautos und Motorrädern bekannt. Das Unternehmen beschäftigt rund 118.000 Mitarbeiter*innen und erzielt einen Umsatz von etwa 111 Milliarden Euro.

Das Unternehmen führt schon seit langem Maßnahmen zum Gesundheitsmanagement durch. Seit 2003 beobachtet die BMW Group den demografischen Wandel innerhalb und außerhalb ihrer Belegschaft und hat Strategien entwickelt, um sich an die bevorstehenden Veränderungen anzupassen.

Basisinformationen

Name des Unternehmens: BMW
Mitarbeiterzahl: > 250
Hauptsitz: München, Deutschland
Branche:  Automobilindustrie
Rechtsform: Handelsgesellschaft

Arbeitsgeschichte

In seinem Triebwerkswerk in Dingolfing (Niederbayern) startete BMW ein Projekt mit Arbeitnehmer*innen, die im Durchschnitt 47 Jahre alt sein mussten, und somit acht Jahre älter als der Durchschnitt der Belegschaft in der Produktion des Unternehmens. Da das Unternehmen davon ausging, dass 47 Jahre im Jahr 2017 das neue Durchschnittsalter der Beschäftigten in der Produktion sein würde, wollte es spezifische Arbeitsbedingungen für diese alternde Belegschaft entwickeln und testen. Das für dieses Projekt ausgewählte Team bestand aus 42 Mitgliedern und es wurden 70 Änderungen an der Arbeitsweise eingeführt, z. B. speziell entwickelte ergonomische Stühle, die kurze Pausen ermöglichen und das Arbeiten im Sitzen und Stehen erleichtern, oder Vergrößerungsgläser, die die Ermüdung der Augen verringern und Sortierfehler minimieren.

Im ersten Jahr des Projekts steigerte die Gruppe ihre Produktivität um 7 % und war damit genauso produktiv wie jüngere Teams. Zusätzlich wurden aktive und passive Erholungsangebote in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes geschaffen, um die körperliche und geistige Fitness der Mitarbeiter zu fördern. Neben diesen Maßnahmen des Gesundheitsmanagements und der Arbeitsumgebung beschäftigte sich das Projekt mit den Bereichen Qualifizierung, Ruhestandsmodelle und Kommunikation sowie Change Management.

Nützliche Einblicke

  • Ältere Arbeitnehmer*innen lernen am besten, wenn sie ihre Erfahrungen in eine Lernsituation einbringen können. Das generationenübergreifende Lernen hat das beste Potenzial.
  • Das biografische Alter einer Person hat wenig Einfluss auf die Lernfähigkeit.
  • Es ist wichtig, die Bereitschaft der Belegschaft zur Anpassung an den ständigen Wandel zu erhalten. Dieser Prozess sollte mit der beruflichen Bildung beginnen.
  • Eine sorgfältige Gestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsprozesses kann die körperliche Belastung der Beschäftigten deutlich reduzieren.
  • Die Mitarbeiter*innen müssen sich bewusst sein, dass sie für sich selbst Verantwortung übernehmen müssen.
  • Wenn Sie solche Veränderungen durchführen wollen, müssen Sie alle betroffenen Gruppen einbeziehen – Arbeitnehmer*innen, Manager*innen, Betriebsrat und Gewerkschaften. Sie müssen weiterhin mit einem gewissen Widerstand und einer gewissen Opposition rechnen, was bei jedem Veränderungsprozess normal ist.

Anregungen zum Nachdenken

Es ist wichtig, eine Kultur der Akzeptanz ständiger Veränderungen innerhalb des Unternehmens/ der Organisation zu schaffen. Ältere Arbeitnehmer*innen neigen oft dazu, sich selbst als „zu alt für Veränderungen“ zu betrachten und werden sich daher gegen Veränderungen wehren, selbst wenn diese ihnen helfen sollen.

Schlüsselwörter

zielorientiert, effektiv, innovativ, verantwortungsbewusst